Die Ideologie einer Pfadfinder-Gilde

Die Ideologie der Gilden beruht auf den gleichen Idealen wie die der Pfadfinderjugendbewegung. Die Pfadfinderbewegung ist eine Organisation zur Erziehung junger Menschen mit dem Ziel, aus ihnen aktive, engagierte und verantwortungsvolle Mitglieder der Gesellschaft zu machen. Die Gilden sind eine Gemeinschaft von Menschen, die diesen Erziehungsprozess durchlaufen haben oder sich zumindestens bewusst mit dieser Weltanschauung identifizieren.

   

Der Wahlspruch der Gilde-Pfadfinderinnen
und -Pfadfinder lautet:

Ich erfülle

   
   
 

" Ich verspreche bei meiner Ehre,
dass ich mein Bestes tun will,
Gott und meinem Land zu dienen,
meinen Mitmenschen zu helfen und nach dem Pfadfindergesetz zu leben."

   

 

Das Zeichen der rechten Hand hat folgende Bedeutung:

 

  • Die drei aufrechten Finger stehen für die drei Punkte des Pfadfinderversprechens.
    Verpflichtung gegenüber Gott, Verpflichtung gegenüber Anderen und Verpflichtung gegenüber sich selbst/dem Pfadfindergesetz) und für die drei Blätter der Lilie beziehungsweise des Kleeblatts (welche für jeweils dieselbe Bedeutung stehen). In einigen Pfadfinderbünden existiert auch die Interpretation treu, ehrlich und hilfsbereit.

  • Der Daumen (der Starke) schützt den kleinen Finger (der Schwache).

 

 

Pfadfinder reichen sich zur Begrüßung, im Gegensatz zum gewöhnlichen Händeschütteln die linke Hand:

  • Zum einen heißt es, die linke Hand kommt von Herzen und soll die brüderliche und herzliche Gemeinschaft zeigen, zum anderen gibt es folgende Geschichte: Baden-Powell wechselte eines Tages mit dem afrikanischen Häuptling Pempreh, den er im Gefecht besiegt hatte, einen Händedruck. Da bot ihm der andere die linke Hand an. Als sich Baden-Powell nach dem Grund erkundigte, erklärte ihm der Häuptling, dass nur die Tapfersten der Tapferen und die Treuesten der Treuen sich in dieser Art die Hände reichen, weil es bedeute, den Schild herunterzunehmen. Diesen Gedanken fand Baden-Powell so gut, dass er später den Pfadfindergruß mit der linken Hand einführte.

 
  • Den Schild herunternehmen, wie der afrikanische Häuptling sagte, bedeutet aber noch mehr: Offen, ehrlich und wahr treten wir dem anderen gegenüber, dem wir die linke Hand reichen.

 
  • In Deutschland und einigen anderen europäischen Ländern ist es üblich, den kleinen Finger der linken Hand beim Handschlag abzuspreizen. Dadurch sind die Hände zusätzlich ineinander verschränkt, was die (weltweite) Verbundenheit symbolisieren soll. Eine andere Erklärung führt dies auf ein übliches Erkennungszeichen im frühen Widerstand gegen den Nationalsozialismus zurück. Spreizt man den kleinen Finger ab, der andere jedoch nicht, bemerkt man es nur selbst, der Finger des Anderen fährt ins Leere.