DER WEG DES VERBANDES

Das Zitat "Einmal Pfadfinder – immer Pfadfinder"  

von Prof. Ing. Kurt Pribich

bereitete dem Gründer der Pfadfinder in Österreich "Emmerich (Papa) Teuber" Kopfzerbrechen.
Was tun mit den Ehemaligen?

Er startete daher 1920 den ersten Versuch diese Personen für eine "Vereinigung ehemaliger Pfadfinder des Wiener Korps" zu interessieren. Ab Jänner 1922 trafen einander zahlreiche ehemalige Pfadfinder und aktive Führer monatlich zu Diskussions- und Geselligkeitsabenden unter der Leitung von Robert Ulrich in Wiener Kaffeehäusern. Man beschloss die Gründung eines "Pfadfinderklubs" mit dem Ziel das Pfadfindertum (ÖPB) durch moralische und materielle Hilfe zu unterstützen.

 
 
Aber erst 1936 wurde der Verein "Österreichischer Verband ehemaliger Pfadfinder" bei der Vereinsbehörde gemeldet und genehmigt, jedoch im Jahr 1938 im Zuge der politischen Ereignisse wieder aufgelöst.
Nach Ende des 2. Weltkrieges schlossen sich ehemalige Pfadfinder zu Roverrotten, Klubs oder Kameradschaften zusammen, um den Geist des Pfadfinderversprechens aufrecht zu erhalten und auch auf Nichtpfadfinder zu übertragen, wodurch ein neuer Lebensstil für Erwachsene entstand.
 
 
 
 
Nach einigen internen Problemen meldete Dr. Josef Miegl 1948 die erste Pfadfindergilde "Papa Teuber" als eigenständigen Verein bei der Vereinsbehörde an. Es folgten die Gilden Salzburg, Eiche-Wien und Kara Barteis-Wien.
Man bot der Bundesleitung der PÖ weitere Hilfestellung bei der Unterstützung der Gruppen, der Gründung von Altpfadfindervereinigungen und der Mitarbeit am bevorstehenden Jamboree 1951 an.
Bei einer Arbeitstagung am 21.10.1950 wurde der Vorschlag der Pfadfinder-Gilde Salzburg angenommen einen "Verband der Pfadfindergilden Österreichs"(VPGÖ) zu gründen.
 
 
 
 
Ein Proponentenkomitee, bestehend aus Roman Zellich (PT), Dr. Robert Halpern (PT) und Dipl. Ing. Lothar Quitta (PT), arbeitete die Satzungen aus und diese wurden bereits im März 1951 in der Hauptversammlung beschlossen. Dr. Josef Miegl wurde als erster Vorsitzender gewählt.

Ab November 1950 gab es monatlich den "Gildenweg", ein Verbandsabzeichen wurde kreiert und ein Mitgliedsausweis aufgelegt. Im Sommer 1951 bestanden die Gilden ihre Bewährungsprobe bei der Hilfestellung beim 7. Weltjamboree nahe Bad Ischl und der 13. Internationalen Konferenz in Salzburg.

Laufend traten weitere Gruppen und Klubs den VPGÖ bei. Der Verband änderte 1953 abermals seine Statuten sowie den Namen auf "Verband Altpfadfindergilde Österreichs" (VAPGÖ) und erhielt ein neues Abzeichen.

In mehreren europäischen Ländern hatten sich inzwischen Gildenverbände gebildet und im Oktober 1953 fand in Luzern (CH) die Gründungsversammlung der "International Fellowship of former Scouts and Guides Fellowship" (IFOFSAG) statt.
In den Folgejahren bildeten sich immer neue Gilden in Österreich und die Mitgliederzahl stieg.


 
 

Der derzeitige Stand beträgt 101 Gilden mit 3.305 Mitgliedern deren Leistungen hauptsächlich der Pfadfinderjugend zugute kommen.

 

 


LITERATURNACHWEIS:

Der Gildenweg 3.81
Dkfm. Alfred Partsch: Die ersten 50 Jahre – Geschichte der Pfadfinder-Gilden in Österreich.
Eigenverlag 2001
Prof. Ing. Kurt Pribich: Logbuch der Pfadfinderverbände in Österreich. Eigenverlag PGÖ 2004